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Börse, Berater oder verdeckter Abgleich: drei Wege im Vergleich

8. November 2026 · Maximilian Günes · 5 Min. Lesezeit

Wer einen Käufer für seine Firma sucht, hat im Grunde drei Möglichkeiten. Er stellt seine Firma in eine Börse. Er beauftragt einen Berater oder Makler. Oder er nutzt einen verdeckten Abgleich, bei dem nur geprüfte Käufer mit passender Suche überhaupt etwas sehen.

Keiner dieser Wege ist für jeden richtig. Ich beschreibe hier alle drei so sachlich, wie ich kann, auch wenn wir selbst einen davon anbieten. Am Ende steht, wann ich welchen nehmen würde.

Weg eins: die Nachfolgebörse

Die bekannteste Börse in Deutschland ist nexxt-change. Sie ist kostenlos und läuft seit 2006. Verantwortet wird sie vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie und der KfW, Partner sind unter anderem der DIHK, der Zentralverband des Deutschen Handwerks, die Volksbanken und die Sparkassen. Laut eigener Angabe hat nexxt-change seit 2006 rund 22.300 Vermittlungen angestoßen. Der DIHK spricht in seinem Report von 2025 von rund 8.000 aktuellen, anonymisierten Inseraten.

So funktioniert es: Sie erstellen ein Inserat ohne Namen, es bekommt eine Chiffre. Ein Regionalpartner, etwa Ihre IHK, Handwerkskammer oder Bank, prüft es und gibt es frei. Interessenten melden sich über den Regionalpartner, nicht direkt bei Ihnen, es sei denn, Sie haben dem zugestimmt. Ein Inserat bleibt zwölf Monate online und lässt sich verlängern.

Daneben gibt es private Börsen. Die größte ist die DUB, die Deutsche Unternehmerbörse, die nach eigener Angabe über 5.000 Unternehmen listet. Dazu kommen regionale Börsen von Kammern und Banken.

Was gut ist: Börsen kosten wenig oder nichts, sie erreichen viele Leute, und bei nexxt-change hilft Ihnen ein Regionalpartner. Für viele kleine Firmen ist das der richtige erste Schritt.

Was man wissen sollte: Ein Inserat ist öffentlich lesbar. Anonym heißt hier: ohne Namen. Es heißt nicht: unerkennbar. Wer Branche, Region und Größe genau angibt, wird in einer kleinen Stadt schnell erkannt. Und Sie wissen vorher nicht, wer Ihr Inserat liest. Das kann ein ernsthafter Käufer sein, ein neugieriger Wettbewerber oder jemand, der einfach Marktpreise sammelt.

Weg zwei: Berater oder Makler

Der zweite Weg ist ein Profi, der den Verkauf für Sie führt. Dabei gibt es große Unterschiede.

M&A-Berater begleiten den ganzen Prozess. Sie bewerten die Firma, schreiben ein ausführliches Exposé, sprechen gezielt Käufer an, führen die Verhandlung und begleiten bis zum Vertrag. Bezahlt werden sie für die Leistung, mit einem Erfolgshonorar oder einer Mischung aus beidem.

Unternehmensmakler stellen vor allem den Kontakt her. Sie suchen Interessenten, analysieren aber die Firma weniger tief. Laut einem Fachartikel von ChannelPartner ist ihr Honorar meist vollständig erfolgsabhängig, oft 3,5 bis 5 % vom Verkaufserlös, und häufig mit einem Mindesthonorar von etwa 50.000 bis 100.000 €.

Was gut ist: Ein guter Berater kennt Käufer, die Sie nie finden würden. Er verhandelt härter als Sie, weil es nicht seine Firma ist. Und er nimmt Ihnen Arbeit ab, die Sie neben dem Tagesgeschäft kaum schaffen.

Was man wissen sollte: Ein Mindesthonorar in dieser Höhe ist bei einer Firma, die 400.000 € bringen soll, ein großer Teil des Preises. Zum Vergleich: Der Median-Preiswunsch der Inhaber lag laut KfW für Nachfolgen bis 2029 bei 375.000 €. Für viele kleine Firmen lohnt sich ein klassischer M&A-Prozess deshalb nicht. Prüfen Sie vor dem Auftrag, wie viele Verkäufe in Ihrer Größe und Branche der Berater schon gemacht hat, und lassen Sie sich die Honorarregel schriftlich geben.

Weg drei: der verdeckte Abgleich

Der dritte Weg ist jünger. Statt die Firma öffentlich zu zeigen oder einen Berater Käufer anrufen zu lassen, werden beide Seiten zuerst geprüft und dann im Verborgenen zusammengebracht. Das ist der Weg, den wir bei Flipfirma anbieten.

So funktioniert es bei uns: Sie legen ein Kurzprofil ohne Namen an. Bevor es in den Abgleich geht, prüfen wir an der amtlichen Statistik, ob man Ihre Firma daraus erraten könnte. Käufer werden auf Identität, Sanktionslisten und Eigenmittel geprüft und legen ein Suchprofil an. Nur wenn Suche und Kurzprofil zusammenpassen, bekommt der Käufer Ihr Kurzprofil vorgeschlagen, und Sie sehen ihn. Beide entscheiden für sich. Namen gibt es erst nach der Zustimmung beider Seiten und der Vertraulichkeitsvereinbarung.

Was gut ist: Niemand Ungeprüftes sieht Ihre Firma. Es gibt kein öffentliches Inserat, das ein Wettbewerber zufällig findet. Firmen auf Ihrer Sperrliste bekommen Sie nie vorgeschlagen. Einreichen ist kostenlos und unverbindlich.

Was man wissen sollte: Ein verdeckter Abgleich erreicht nur Käufer, die bei uns sind und geprüft wurden. Das sind weniger als die Leser einer großen Börse. Und wir führen keine Verhandlung für Sie. Den Vertrag schließen Sie mit dem Käufer und Ihren eigenen Beratern. Den Kaufpreis halten wir nie.

Die drei Wege nebeneinander

Kosten: Börsen sind oft kostenlos, Berater und Makler kosten einen Anteil am Preis, oft mit Mindesthonorar. Der Abgleich bei uns ist beim Einreichen kostenlos; die Preise für die weiteren Schritte nennen wir, bevor sie anfallen.

Reichweite: Börsen erreichen am meisten Leute. Berater erreichen gezielt die Käufer, die sie kennen. Der Abgleich erreicht geprüfte Käufer, deren Suche passt.

Vertraulichkeit: Bei Börsen ohne Namen, aber öffentlich. Beim Berater hängt es an ihm und seiner Vertraulichkeitsvereinbarung. Beim Abgleich sieht nur ein passender, geprüfter Käufer das Kurzprofil, und Namen fallen erst nach der Zustimmung beider Seiten.

Aufwand für Sie: Bei Börsen tragen Sie ihn selbst, mit Hilfe des Regionalpartners. Beim Berater nimmt er Ihnen viel ab. Beim Abgleich legen Sie Kurzprofil und Sperrliste an, die Prüfung der Käufer übernehmen wir.

Wann ich welchen Weg nehmen würde

Wenn Ihre Firma sehr klein ist, sich niemand an einem Verkauf stört und Sie Zeit haben: eine Börse, am besten mit einem Regionalpartner aus Ihrer Kammer.

Wenn Ihre Firma groß genug ist, dass sich ein Honorar von sechsstelliger Höhe trägt, und Sie die Arbeit abgeben wollen: ein M&A-Berater, der Firmen Ihrer Art kennt.

Wenn es niemand vorher erfahren darf, weder Mitarbeiter noch Kunden noch Wettbewerber, und Sie nur mit Leuten reden wollen, die geprüft sind: ein verdeckter Abgleich.

Die Wege schließen sich übrigens nicht aus. Man kann verdeckt beginnen und einen Berater dazunehmen, sobald ein ernsthafter Käufer da ist. Wie man den prüft, steht in Käufer prüfen, bevor man redet.

Vertraulich verkaufen oder kaufen

Der Abgleich läuft über Linkbot: Beide Seiten werden geprüft, Vorschläge bleiben verdeckt, Namen gibt es erst nach beidseitiger Zustimmung.

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