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Checkliste: die 12 Monate vor dem Firmenverkauf

8. November 2026 · Maximilian Günes · 4 Min. Lesezeit

Ein Jahr ist knapp. Die IHK Region Stuttgart empfiehlt, für die ganze Nachfolge drei bis fünf Jahre einzuplanen, und die IHK Schleswig-Holstein rechnet allein für den Verkaufsprozess mit mindestens einem Jahr. Wenn Sie also heute entscheiden, in zwölf Monaten mit einem Käufer am Tisch zu sitzen, dann ist diese Liste für Sie.

Sie ist nach Zeit geordnet. Haken Sie ab, was erledigt ist. Was Sie nicht schaffen, ist kein Drama, aber es fällt später auf, meistens in der Verhandlung.

12 bis 10 Monate vorher: Klarheit

  • Entscheiden Sie, was Sie wollen. Ganz verkaufen oder nur einen Teil? Sofort raus oder noch ein, zwei Jahre mitarbeiten?
  • Legen Sie fest, was Ihnen außer dem Preis wichtig ist. Der Name der Firma, der Standort, die Mitarbeiter.
  • Sprechen Sie mit Ihrer Familie. Will wirklich niemand übernehmen? Besser jetzt fragen als in sechs Monaten überrascht werden.
  • Suchen Sie sich einen Steuerberater und einen Anwalt, die schon Firmenverkäufe begleitet haben. Ihr Steuerberater für den Jahresabschluss ist nicht automatisch der richtige.
  • Lassen Sie sich die steuerlichen Folgen grob durchrechnen. Wie viel bleibt Ihnen vom Preis? Freibetrag und ermäßigten Steuersatz erklärt unser Beitrag Steuern beim Firmenverkauf ab 55.

10 bis 8 Monate vorher: die Zahlen

  • Bereinigen Sie Ihren Gewinn. Was ist Ihr Gehalt, was wären die Kosten für einen Geschäftsführer? Welche privaten Kosten laufen über die Firma? Was war einmalig?
  • Holen Sie sich eine erste Wertspanne. Wie die entsteht, steht in unserem Beitrag Was ist meine Firma wert?
  • Prüfen Sie Ihre Preisvorstellung gegen diese Spanne. Laut DIHK verlangen 36 % der beratenen Inhaber einen überhöhten Preis. Seien Sie nicht Teil davon.
  • Räumen Sie die Bilanz auf. Forderungen, die nie bezahlt werden, abschreiben. Privates aus dem Betriebsvermögen holen, wenn es nicht mitverkauft werden soll. Das klären Sie mit Ihrem Steuerberater.

8 bis 6 Monate vorher: die Unterlagen

Käufer und ihre Banken fragen nach immer denselben Papieren. Die KfW listet in ihrer Checkliste zur Risikoprüfung auf, was sie bei einer Übernahme sehen will. Die IHKs haben eigene Checklisten. Sammeln Sie jetzt:

  • Jahresabschlüsse der letzten Jahre und eine aktuelle betriebswirtschaftliche Auswertung
  • Gesellschaftsvertrag und Gesellschafterliste, bei einer GmbH
  • Die wichtigsten Kunden-, Liefer-, Miet- und Kreditverträge
  • Eine Personalübersicht ohne Namen: Funktion, Alter, Betriebszugehörigkeit, Gehalt
  • Ein Anlagenverzeichnis mit Alter und Zustand
  • Genehmigungen und Erlaubnisse, die der Betrieb braucht

Was genau in einen Datenraum gehört, erklären wir in einem eigenen Beitrag: Der Datenraum beim Firmenverkauf.

6 bis 4 Monate vorher: die Firma unabhängig machen

Das ist der wichtigste Block, und er wird am häufigsten übersprungen. Ein Käufer zahlt für eine Firma, die ohne Sie läuft.

  • Schreiben Sie auf, was nur Sie wissen. Zugänge, Passwörter, Absprachen mit Kunden, die nirgends stehen.
  • Bestimmen Sie für jeden wichtigen Kunden einen zweiten Ansprechpartner neben Ihnen.
  • Regeln Sie Ihre Vertretung. Laut DIHK haben 70 % der beratenen Alt-Inhaber keinen Notfallkoffer, also keine geordneten Unterlagen und Vollmachten für den Fall, dass sie ausfallen. Das ist auch ohne Verkauf ein Risiko.
  • Prüfen Sie Verträge auf Klauseln zum Inhaberwechsel. Manche Kunden- oder Lieferverträge erlauben eine Kündigung, wenn der Inhaber wechselt.
  • Verlängern Sie wichtige Verträge, die bald auslaufen. Ein Mietvertrag, der in einem Jahr endet, macht jeden Käufer nervös.

4 bis 2 Monate vorher: die Käufersuche vorbereiten

  • Schreiben Sie Ihre Sperrliste: wer es auf keinen Fall erfahren darf.
  • Formulieren Sie ein Kurzprofil ohne Namen. Branche, grobe Region, Größe, Preisband, Grund, Zeitpunkt. Prüfen Sie, ob man Sie daraus erraten kann.
  • Legen Sie fest, wie Sie Käufer prüfen. Identität, Sanktionslisten, Eigenmittel. Wie das geht, steht in unserem Beitrag Käufer prüfen, bevor man redet.
  • Lassen Sie eine Vertraulichkeitsvereinbarung von Ihrem Anwalt vorbereiten.
  • Richten Sie eine eigene E-Mail-Adresse für den Verkauf ein.

2 Monate vorher bis zum Start

  • Gehen Sie die Liste noch einmal durch. Was fehlt, schreiben Sie auf, damit Sie es dem Käufer nicht erst auf Nachfrage sagen.
  • Entscheiden Sie, wo und wie Sie suchen. Eine öffentliche Börse, ein Berater oder ein verdeckter Abgleich. Die Wege vergleichen wir in Börse, Berater oder verdeckter Abgleich.
  • Legen Sie einen Zeitpunkt fest, bis zu dem Sie entscheiden, ob Sie weitermachen. Ein Verkauf ohne Frist zieht sich.

Und wenn Sie später dran sind?

Dann fangen Sie trotzdem hier an. Laut DIHK wenden sich drei Viertel der Inhaber erst zwei Jahre oder weniger vor der Übergabe an einen externen Berater. Sie sind also nicht allein. Wichtig ist nur, dass Sie die Punkte unter „die Firma unabhängig machen“ nicht weglassen. Die entscheiden über den Preis mehr als jede schöne Präsentation.

Ein Kurzprofil bei Flipfirma können Sie an jedem dieser Punkte anlegen. Es ist kostenlos, unverbindlich und für niemanden sichtbar, bevor Sie es freigeben.

Vertraulich verkaufen oder kaufen

Der Abgleich läuft über Linkbot: Beide Seiten werden geprüft, Vorschläge bleiben verdeckt, Namen gibt es erst nach beidseitiger Zustimmung.

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